Das »Zoschke«

Wer hat das schönste Stadion der Stadt? Wahrscheinlich wird die Alte Försterei, in der der 1. FC Union Berlin zuhause ist, den ersten Platz einer solchen Umfrage belegen. Doch gleich nach der Försterei dürfte auch schon das »Zoschke« oder die »HOWOGE-Arena Hans Zoschke«, wie das Stadion seit 2009 offiziell heißt, in der Rangliste auftauchen. Die Heimstätte des SV Lichtenberg 47 ist ein klassisches Fußball-Stadion. Gepflegter Rasen, keine Laufbahn – leider finden in der Regel nur wenige Hundert Zuschauer den Weg in die Arena, die doch knapp 10.000 Zuschauer aufnehmen könnte. Hier tritt das Problem des Berliner Amateurfußballs zu Tage: Fußball für Randgruppen. Der normale Berliner geht entweder zum 1. FC Union, zu Hertha BSC oder einfach nur noch in die Sports Bar, wie es neudeutsch so schön heißt. Der Rest fällt dann eben hinten runter.

Zuschauertribüne in der »HOWOGE Arena Hans Zoschke«

Benjamin Plötz in seinem »Zoschke«                                © edition Alaska

Das »Zoschke« – Stadion mit wechselvoller Geschichte

Das »Zoschke«, Anfang der 50er gebaut und stilecht mit einem DDR-Pokalfinale zwischen VP Dresden und Einheit Pankow eingeweiht, hätte mehr Aufmerksamkeit und Zuschauer verdient, als es dieser Tage als Heimspielstätte des Oberligisten SV Lichtenberg 47 erfährt. Immerhin fanden in diesem Stadion auch schon Spiele der DDR-Oberliga bzw. der DDR-Liga, also zu damaliger Zeit erste und zweite Liga, statt. Doch wie überall gilt auch hier: Ruhm ist vergänglich. Fakt ist, dass der SV Lichtenberg 47 mit dem »Zoschke« wohl über das schönste Stadion der Berliner Amateur-Clubs verfügt. Bleibt die Hoffnung, dass die Lichtenberger eines Tages den Sprung in die viertklassige Regionalliga schaffen und dadurch auch das Stadion wieder mehr Aufmerksamkeit erfährt. Doch steht dann die Frage im Raum, ob das Stadion auch für diese Liga zugelassen wird. Die zweite Mannschaft des 1. FC Union trug eine zeitlang einen Teil ihrer Heimspiele in der Regionalliga Nordost hier aus. Für die sicherheitsrelevanten Spiele musste die Reserve der »Eisernen« allerdings wieder in die »Försterei« umziehen. Warten wir ab, wie sich die Dinge in Lichtenberg entwickeln werden.

Ein Stadionbesuch, der sich auf jeden Fall lohnt

Anpfiff! © edition Alaska

Anpfiff! © ed. Alaska

Was dieses wunderbare Fußball-Stadion angeht, so sei jedem, der den Fußball wirklich in seinem Herzen trägt, ein Besuch im »Zoschke« angeraten. Es lohnt sich wirklich. Der SV Lichtenberg 47 ist sportlich in der fünftklassigen Oberliga Nordost/Nord zuhause. Auch in dieser Liga erwartet den Zuschauer durchaus guter Fußball. Ein Besuch im »Zoschke« ist also eine herrliche Gelegenheit, sich selbst mit einem schönen Fußballnachmittag zu verwöhnen respektive dem altbekannten Motto »Support Your Local Team« zu frönen. Im »Zoschke« gibt es noch Fußball zum Anfassen und das in einem sehr angenehmen Rahmen. Und ausserdem: Die Amateur-Clubs können jede Unterstützung gebrauchen. Informationen zum Spielplan des SV Lichtenberg 47 gibt es hier.